Nachruf auf Dr. Jörg Baumann

24. Mai 1966 bis 28. Januar 2025

verfasst von Niko am 15. März 2026

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Jörg war ein Mensch, dessen Geist neue Wege eröffnete – und dessen Herz anderen in den schwierigsten Momenten beistand. Ich kannte ihn über 25 Jahre. Unsere Freundschaft begann unerwartet, als er mich aus den USA anrief, um eine Frage zu einer Erfindung zu stellen, die er vollendet hatte und zu der jemand anderes ein Patent angemeldet hatte. Wir besprachen die Angelegenheit, und ich war sofort beeindruckt – nicht nur von seiner Innovationskraft und seinem Talent, komplexe Ideen zu erklären, sondern auch von seiner außergewöhnlichen Fähigkeit zuzuhören. Ich half Jörg und seiner Frau Sabine gern, unnötige Kosten zu vermeiden, und mit der Zeit verlor die Angelegenheit an Bedeutung. Doch die Verbindung blieb bestehen.

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland hatte ich das Privileg, an ihren visionären Projekten mitzuwirken. Die Forschung war faszinierend, und ihre mutige Herangehensweise an jede Herausforderung – egal wie groß – war mitreißend. Die Projekte wurden durch ihre unerschöpfliche Energie vorangetrieben. Ungefähr zu dieser Zeit entdeckte ich, dass Jörg und ich nicht nur am selben Tag Geburtstag hatten, sondern auch im selben Jahr geboren wurden. Auf eine kleine, aber bedeutsame Weise fühlte es sich an, als hätten wir die gleiche Lebensspanne – bis auf den Tag genau.

Mit Anfang fünfzig erhielt ich eine schwere Diagnose und unterzog mich Behandlungen. Obwohl ich das Problem geheim hielt, erzählte ich Jörg und Sabine davon. Von diesem Moment an waren sie in meiner Familie als „Meine Engel“ bekannt, denn sie nahmen mich buchstäblich an die Hand und begleiteten mich – mit ihrem Fachwissen, ihrem Netzwerk und ihrer unerschütterlichen Fürsorge – durch eine der schwierigsten Zeiten meines Lebens. Sie waren äußerst kompetente Berater und Organisatoren, die bereit waren, alles zu tun, um zu helfen. Ihre Großzügigkeit war unerwartet, manchmal fast unglaublich, und ich fühlte mich privilegiert, solche Menschen zu kennen. Als sich meine Lage stabilisierte, war ich weiterhin dankbar, meine Engel in meiner Nähe zu haben, die mir stets mit Rat und Tat zur Seite standen.

Deshalb war ich so schockiert, als ich von Jörgs eigener Diagnose erfuhr. Wenn ich jemals das Gefühl hatte, das Leben sei ungerecht, dann in diesem Moment. Jörg war fest entschlossen, seiner Krankheit mit all seinen wissenschaftlichen Fähigkeiten und seiner menschlichen Stärke zu begegnen – selbst als sie sein außergewöhnliches Gehirn angriff, das er so meisterhaft trainiert hatte. Ich habe ihn immer wieder kämpfen sehen, sich weigern, aufzugeben, selbst als der Druck unerträglich gewesen sein muss. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass er nicht mehr da ist. Ich weiß nur, dass ich ihn sehr vermissen werde und dass ich seinen Mut, seine Brillanz und seine Großzügigkeit in meinem Herzen bewahren werde.

Niko aus München

Blog post No. 267