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Was passiert, wenn Deutschland Weihnachten feiert wie gewohnt?

…mit einem Nachtrag zu den Schulen.

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Zuerst verweisen wir auf unseren Post von gestern, und auf weitere Beiträge, die für Sie interessante und wichtige Informationen enthalten.

Heute bespricht sich unsere Kanzlerin mit den 16 bis jetzt unkooperativen Ministerpräsident*innen.

Aufgrund der bereits angekündigten Vorschläge sehen wir uns zu diesem Beitrag gezwungen, denn so viel Unvernunft halten wir nicht aus.

Weltweit haben wir fast 60 Millionen Infizierte. Deutschland kletterte heute auf der Rangliste der Johns Hopkins University von Platz 13 auf Platz 12 – es erinnert an die Charts.

Wir haben in Deutschland fast 1 Million Infizierte und zählen mittlerweile 14832 bestätigte COVID-19 Tote. Das sind 1,54 % der bestätigten Infektionsfälle.

Deutschland hat etwa 80 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Damit ist 1 von 80 infiziert.

Wir zählen ungefähr 40 Millionen private Haushalte, damit kommt rein rechnerisch ½ Infizierter auf einen Haushalt.

Nach weiter steigenden Infektionszahlen zeichnet sich ab, dass die lockeren Einschränkungen (die fälschlicherweise als Lockdown light bezeichnet werden) bis kurz vor Weihnachten verlängert werden sollen.

Einige Ministerpräsident*innen wollen die Schulferien vorverlegen, damit die Wähler*innen besser und entspannter Weihnachtspräsente einkaufen können. Das kurbelt den Konsum an. Wer käme auf die Idee, sich freiwillig in Quarantäne zu begeben, um Opa und Oma während des Weihnachtsfestes nicht zu gefährden? Und die Kinder, die ein erhöhtes Risiko mit sich bringen, werden zum Weihnachtsfest aus den Schutzmaßnahmen ausgeklammert, da es bequemer in den Maßnahmenkatalog zur Lockerung passt.

Vielleicht sollte man das Ganze umbenennen und etwas treffender als Entfesselungsmaßnahmen bezeichnen.

Ab dem 23.12. kann dann bis zum 1.1. die volle Sause beginnen. Die Bevölkerung hat nur darauf gewartet, denn schließlich glaubt keiner an die Gefahr dieses Virus, bis es die Person selbst trifft.

Wir Virologen erwarten ab Mitte Januar die dritte Welle, und was für eine Welle. Wir haben bereits jetzt ungefähr 550.000 Neuinfektionen pro Monat. Nach der geplanten Weihnachtssause dürfen sich unsere Krankenhäuser und Ärzt*innen auf eine Verdoppelung der Infektionszahlen einstellen, wenn die Sause einigermaßen zivilisiert abläuft. Es könnte aber noch schlimmer werden.

Vorbildlich ist die vorangetriebene Impfkampagne von Jens Spahn. Allerdings geht die zeitliche Planung nicht ganz konform mit den Interessen der Ministerpräsident*innen, die es bevorzugen, auf die Wirtschaft zu setzen und auf ihre Wiederwahl.

Wenn ab Mitte Dezember die Impfkampagne beginnen sollte, dann können bis Weihnachten ein paar Tausend Menschen geimpft werden. Dafür werden zwei Shots benötigt. Drei Wochen nach dem ersten soll der zweite erfolgen. Danach dauert es weitere zwei Wochen, bis der Impfschutz voll ausgebildet ist. Das wäre dann frühestens Mitte Januar. Für ein paar Tausend geimpfte, bei 80 Millionen Einwohnern.

Wir fragen uns mittlerweile, ob unsere Ministerpräsident*innen dieses Virus tatsächlich bekämpfen wollen. Wenn man etwas wirklich will, dann wird nicht herumgeeiert und auf irgendeinem Niveau verhandelt, das völlig unsinnig ist und an der Lösung des Problems vorbei geht, sondern man geht zielstrebig voran und schreckt auch vor unpopulären Maßnahmen nicht zurück.

Cartoon: Oliver Hoogvliet

Einen Kurs einzuschlagen, der der Bevölkerung vortäuscht, ein Virus wäre zu gegebener Zeit, wie Sommerferien und Weihnachten, weniger gefährlich als sonst, ist unsinnig und wirft Fragen auf: Warum sollte sich die Bevölkerung dann generell an bestimmte Verhaltensregeln halten?

Wir befinden uns mitten in einer Pandemie, die gleichzeitig subtil und für manche erschreckend tödlich abläuft. Nur mit Vernunft, Aufklärung, Konsequenz, Disziplin und Köpfchen können wir diesen Kampf gewinnen. Alternativ funktioniert auch eine Diktatur, wie China bewiesen hat. Schaffen wir das nicht anders in einer Demokratie? Sollten Sie es nicht bemerkt haben, wir gehen derzeit gesellschaftlich und gesundheitlich in die falsche Richtung, Sie schrotten damit auch die Wirtschaft.

Sie wollen nicht bevormundet werden? Dann benehmen Sie sich nicht wie kleine Kinder.

Wir dürfen noch hoffen auf einen klugen und sinnstiftenden Kurs unserer Regierung mit den 16 Unkooperativen. Schließlich wird heute getagt. Den Vorschlag, der bis jetzt vorliegt, benoten wir wohlwollend bei einer Themaverfehlung mit einer 5 Minus.

Wir hoffen heute auf einen sinnvollen und stetigen, disziplinierten Kurs, der bis Januar und darüber hinaus bestehen bleibt. Bitte geben Sie Ihr bestes und bitte hören Sie auf unsere Kanzlerin.

Ansonsten kommt auf uns im Januar ein großes Problem zu. Einzelfälle zeigen dies bereits heute, wie ein bestimmter Landkreis in Thüringen. Bitte lernen Sie daraus.

Ein Nachtrag zu den Schulen und dem vorgeschlagenen Hybridunterricht: In den Schulen gibt es einen ungehobenen Schatz an digitalem Know-how. An jeder Schule gibt es Dutzende von Schülerinnen und Schülern, die in ihrer Freizeit an Computern, Netzwerken und der entsprechenden Software basteln. Warum wird dieser Schatz nicht gehoben? Holen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler endlich mit an Board. Die Kosten für die Hardware, die sich im Rahmen halten, dürfen gerne von einigen zahlungskräftigen Eltern beigesteuert werden. Das nennt man Solidarität. Das können die Direktorinnen und Direktoren der Schulen selbst in die Hand nehmen. Wo bleibt Ihre Eigeninitiative?

Harte Worte? Ja, und leider notwendig.

Bleiben Sie aufmerksam, informiert, in einer höflichen Distanz, und gesund…. und vor allem: Denken Sie an den Merkulix-Ahatzl.

Viele Grüße, Ihre Sabine Breun und Jörg Baumann

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Ein herzliches Dankeschön an Oliver Hoogvliet für die großartige Zeichnung. ollihoo (https://hoogvliet.de)

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