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Zum Jahresstart 2022 – noch mehr Ehrlichkeit von den tough guys B&B

…ein ausführliches Interview unseres rasenden Reporters Nixus Minimax, geführt am 14. Januar 2022, in drei Teilen.

Teil I publiziert am 17. Januar 2022

Der SAJO Blog bietet seit Februar 2020 einen Leitfaden mit aktuellen Informationen und Empfehlungen zur SARS-CoV-2 Pandemie.

Hinweis: Sie können den Text vergrößern oder verkleinern durch STRG+ oder STRG-

Willkommen zum ersten SAJO Blog Post 2022!

Wir alle wünschen Ihnen einen guten Start ins neue Jahr mit allen erdenklich guten Wünschen, vor allem aber Gesundheit, Optimismus und Zuversicht!

Ich bedanke mich bei Sabine und Jörg für die Einladung zu einem Interview gleich zu Jahresbeginn.

N. Minimax: Sabine und Jörg, willkommen im Jahr 2022. Was wird uns dieses Jahr erwarten?

Sabine & Jörg: Nun, Nixus, wir beschränken uns auf die pandemische Situation. Politisch gibt es weltweit erschreckende Krisen, doch auf diesen Gebieten sind wir keine Experten.

Dr. Jörg Baumann und Dr. Sabine Breun, beide Naturwissenschaftler, Virologen, Immunologen und Gründer von SAJO

Kurzfristig werden wir einen gigantischen Anstieg an Infektionen erleben. Die Omikron Variante scheint zwar tatsächlich weniger häufig schwere Krankheitssymptome auszulösen, doch täusche Dich nicht: Selbst dann, wenn 30 % weniger Infizierte in ein Krankenhaus müssen, wird das bei einer zehnfach höheren Infektionszahl zu einer Flutung der Krankenhäuser führen. Auf diesem Weg befinden wir uns in ganz Europa. Man muss nur einmal in die USA blicken. Dort passiert dies gerade jetzt. Näheres kannst Du einem großartigen Artikel von Ed Yong entnehmen, der letzte Woche in The Atlantic erschien. https://www.theatlantic.com/health/archive/2022/01/omicron-mild-hospital-strain-health-care-workers/621193/

Der Artikel ist frei verfügbar. Er erklärt, wie das amerikanische Krankenhaussystem über die letzten zwei Jahre erodiert ist. Ganz langsam. Wo früher zwei Pfleger/innen einen Intensivpatienten betreut haben, betreut heute ein/e Pfleger/in vier Patienten! Diese Entwicklung erwartet uns hier auch.

Längerfristig werden wir mit weiteren neuen Varianten beglückt werden, mit ungewissem Ausgang.

Falls keine flächendeckenden – landesweit einheitlichen – Maßnahmen ergriffen werden, kann es auch zu Ausfällen in kritischer Infrastruktur kommen. Hier ist ein beherztes, parteiübergreifendes, politisches Handeln gefragt. Bislang wird leider nur herumgeeiert.

Aufgrund der ungenügenden Meldungen kann auch kein verlässliches Monitoring der Infektionswelle stattfinden. Die Infektionen finden statt, oftmals ohne Dokumentation. Für ein Land wie unseres ist dies eine echte Niederlage.

N. Minimax: Was haltet Ihr von den mRNA-Impfstoffen gegen SARS-CoV-2?

Sabine und Jörg: Die Entwicklung eines Impfstoffes in der Kürze der Zeit war ein großer Meilenstein in der Geschichte der Impfstoffe. So schnell wurde noch keine Impfung entwickelt. Die mRNA-Technologie war hier sehr erfolgreich. Das war ein großes Glück.

In Studien hat sich gezeigt, dass die mRNA-Impfstoffe von Moderna und von BioNTech/Pfizer den besten Impfschutz vermitteln, verglichen mit anderen derzeit auf dem Markt angebotenen.

Gegen die Omikron Variante schützen diese beiden am besten, während „klassische Impfstoffe“, wie die von Sinopharm und Sinovac nichts gegen Omikron ausrichten. Das ist besorgniserregend, denn China hat bis jetzt keine mRNA-Impfstoffe zugelassen. Omikron ist bereits dort präsent. 1,5 Milliarden suszeptible Menschen, die dem Virus ausgesetzt sind. Wir können nur das Beste hoffen.

Allerdings, so positiv der Impfstoff auch ist, zeigt er auch einige Schwächen auf. Der größte Nachteil ist, dass der Impfschutz vermittelt durch Antikörper nach 3 Monaten bereits stark abfällt und nach spätestens 6 Monaten bei den meisten Individuen abgebaut ist.

Diese Impfung vermittelt keinen lebenslangen Schutz. Eine durchlebte COVID-19 Infektion allerdings auch nicht. Man kann sich, nach dem Abbau des Immunschutzes, immer wieder infizieren.

Das ist kein Schwachpunkt der Impfstoffe, das gleiche sieht man bei anderen, saisonalen Coronaviren ebenfalls. Nur sind diese eben nicht so pathogen wie SARS-CoV-2.

Die Impfung schützt zumindest, auch wenn es darauf hinausläuft, dass man sich, wenn möglich, nach 3 Monaten boostern lassen sollte, vor einem schweren Krankheitsverlauf. Das ist ein großer Vorteil, den man nicht missen möchte in dieser Pandemie.

Natürlich eröffnet das ein großes ethisches und auch konkret virologisches Problem: Wir reden von Boostern, während 3 Milliarden Menschen noch nicht eine einzige Dosis erhalten haben. Aus diesen Gegenden werden wir in Zukunft mit neuen Varianten „versorgt“ werden. Das kann so nicht weitergehen.

N. Minimax: Was haben denn die Impfungen gebracht?

SAJO: Das werden wir öfter gefragt. Keine ernstzunehmenden Infektionswissenschaftler/innen haben versprochen, eine Impfung würde vor einer Ansteckung schützen, diese Art Impfungen sind äußerst selten. Solche irreführenden Aussagen kamen meist von Politikern, die sich die Sache zu leicht gemacht haben.

Die heute verfügbaren Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 schützen vor einem schweren oder gar tödlichen Verlauf. Eine geimpfte Person, die nach Infektion einen mittelschweren Verlauf durchmacht, wäre ohne Impfung wohl am Beatmungsgerät gelandet.

Kurz gesagt: Die Impfungen haben hunderttausende Leben gerettet und sie haben bislang dazu beigetragen, dass die Krankenhäuser nicht überfüllt wurden.

Was auch viel zu wenig kommuniziert wird, ist, dass Personalausfälle in kritischen Bereichen dramatische Konsequenzen haben. Das alles wird durch eine hohe Impfquote abgemildert. Also, diese Impfungen sind eine Erfolgsgeschichte. Doch sie allein führen nicht aus der Krise. Dazu gehört auch das verantwortungsvolle Verhalten jeder/s einzelnen. Das fängt mit dem Tragen einer FFP2-Maske an und hört bei der Risikovermeidung auf. Muss ich in dieser Zeit eine Kreuzfahrt buchen? Ist es überlebensentscheidend, einen Ski-Urlaub anzutreten?

N. Minimax: Viele warten auf einen „Totimpfstoff“. Was ist Eure Meinung dazu?

Wir finden den Begriff irreführend. Keiner der in Europa zugelassenen Impfstoffe ist auf Basis eines replizierenden Virus aufgebaut. Es sind also alles „Totimpfstoffe“. Da kann sich nichts vermehren. Jetzt darauf zu warten, bis ein inaktivierter Gesamt-Virus-Impfstoff auf den Markt kommt, macht deshalb keinen Sinn. Wer sich jetzt noch nicht impfen lässt, ist kein Impfskeptiker. Die Fakten zu den Impfstoffen sind da. Nur Impfgegner lassen sich nicht impfen.

Cartoon: Oliver Hoogvliet

Mittlerweile wissen wir, dass inaktivierte Impfstoffe, wie der von Sinopharm, keinen Schutz gegen Omikron vermitteln.

Unser letzter Beitrag beschreibt etwas detaillierter die „Mär vom Totimpfstoff“. https://www.sajo-innovation.de/blog/de/die-maer-vom-totimpfstoff/

Was glaubt Ihr, sind denn diese Impfgegner noch umzustimmen oder zu überzeugen?

Der harte Kern der Impfgegner, wir schätzen so etwa 5 % der Bevölkerung, ist mit Fakten und Argumenten nicht erreichbar. Ihr Verhalten gleicht dem einer Sekte. Sie leben den „confirmation bias“, d.h. sie nehmen nur die Punkte auf, die ihre Meinung zu unterstützen scheinen, selbst wenn dies gezielt lancierte Falschinformationen sind.

Doch es gibt einen größeren Anteil der Bevölkerung, der durchaus erreichbar ist. Diese Leute sind entweder verunsichert durch das laute Störfeuer der Impfgegner, oder sie prokrastinieren: „Morgen lasse ich mich impfen“, doch Morgen kommt nie. Gegen die Verunsicherung hilft nur Information. Und hier geben wir den deutschen Printmedien eine Mitschuld.

Die seriösen Zeitungen und Zeitschriften berichten durchaus versiert und schreiben gut recherchierte Artikel zur Pandemie. Doch diese sind hinter einer Paywall. Gleichzeitig sind die ganzen Falschmeldungen für jeden frei verfügbar. Das halten wir für skandalös!

In Großbritannien und den USA haben alle seriösen Medien den Zugang zu Artikeln über COVID-19 freigeschaltet. Auch die großen Fachverlage machen das. Diese Artikel kann jede/r kostenlos lesen. Nicht jeder Haushalt kann sich mehrere Zeitungsabonnements leisten. So gibt es ein Informationsgefälle, das gerade finanziell schlecht gestellte Haushalte von lebenswichtigen Informationen fernhält. In den USA werden die Verlage von Stiftungen darin unterstützt. Warum geht das in Deutschland nicht? Auch aus dem Bundeshaushalt könnte man hier unterstützen. Das ist ein Umstand, der uns aufregt.

Deshalb rufen wir auf, dass relevante Zeitungsartikel rund um SARS und COVID-19 auch in Deutschland frei verfügbar sein MÜSSEN! Dieser Aufruf geht an alle seriösen Printmedien, wie DIE ZEIT, die Süddeutsche, die FAZ usw.

N. Minimax: Wer sind denn die Vulnerablen, jetzt da Omikron angekommen ist?

Menschen mit chronischen Vorerkrankungen, sehr alte Menschen, auch Schwangere, aber vor allem alle Ungeimpften.

Du kannst Dir das folgendermaßen vorstellen: Dein Haus fängt Feuer, Du rufst die Feuerwehr. Die Feuerwehr ist mit allem ausgestattet, mit Fahrzeugen, Geräten, Schutzanzügen, und vor allem mit gut ausgebildeten Feuerwehrleuten. Innerhalb von ein paar Stunden ist das Feuer gelöscht. So etwa läuft das bei einer geimpften Person ab.

Sehen wir uns die ungeimpfte Person an. Das Haus fängt Feuer, Du rufst die Feuerwehr. Die Feuerwehr ist ausgestattet mit Fahrzeugen, Geräten, Schutzanzügen, und mit motivierten, aber nicht ausgebildeten Feuerwehrleuten. Diese werden in einem zweiwöchigen Intensivkurs ausgebildet. Dann rücken sie aus. Dein Haus ist in der Zwischenzeit vollständig abgebrannt, und auch der ganze Stadtteil, in dem Du lebst.

Die Impfungen bereiten Dein Immunsystem darauf vor, im Ernstfall schnell zu reagieren.

N. Minimax: Würdet Ihr Kinder impfen?

Wir empfehlen Kinder zu impfen. Unsere eigenen Kinder würden wir impfen lassen. Tatsächlich wütet Omikron auch durch die jüngeren Generationen, bis hin zu den Babys und Kleinkindern. Hier gibt es schwere Verläufe und Long-COVID. Deshalb sind wir dafür, dass alle Kinder ebenfalls durch Impfungen geschützt werden.

Mehr zur Kinderimpfung: https://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMoa2117995?articleTools=true

N. Minimax: Das war Teil I des Interviews mit Sabine und Jörg, zwei erfahrenen Infektionswissenschaftlern. Lesen Sie morgen Teil 2, was die Problematik mit diesem Virus ist und ob eine allgemeine Impfpflicht sinnvoll wäre. Stay tuned, Euer Nixus Minimax, der rasende Reporter.

SAJO – für eine gesunde und bessere Zukunft!

SAJO berät rund um Infektionskrankheiten. Wir wenden unser Wissen an, das wir aus der Infektionsforschung über mehr als 20 Jahre international erarbeitet haben. Wir tun, was wir können, um diese Pandemie zu bekämpfen.

Blog post No. 207. Unser Blog erfährt eine breite Akzeptanz, was uns sehr erfreut, wir teilen gerne unser Wissen. Bitte empfehlen Sie unseren Blog weiter – ein informatives Werkzeug im Kampf gegen Pandemien. Wir würden uns auch freuen, wenn unsere Kolleg*innen aus der Medizin und der Politik die von uns übernommenen Informationen auch als solche kenntlich machen würden.

(Hinweis: Wir sind keine Mitglieder politischer Parteien oder Religionsgemeinschaften oder von Vereinen. Unabhängigkeit, Souveränität und Freiheit sind für uns ein wichtiges Gut. Wir beraten auf unserem Blog rein wissenschaftlich, ohne eigene Interessen und ohne Interessenskonflikt, also uneigennützig. Wir werden dafür nicht bezahlt.)

Ein herzliches Dankeschön an Oliver Hoogvliet für die großartige Zeichnung ollihoo (https://hoogvliet.de).

SAJO’s Hochtechnologie (das Herz von SAJO) ermöglicht uns, antivirale und antibakterielle Wirkstoffe der nächsten Generation zügig zu finden, zu isolieren und zum Medikament zu entwickeln. Das können wir – das sind SAJO’s Alleinstellungsmerkmale und Stärken.

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