3 Missverständnisse, die um Korrektur bitten

04. Februar 2022

Der SAJO Blog bietet seit Februar 2020 einen Leitfaden mit aktuellen Informationen und Empfehlungen zur SARS-CoV-2 Pandemie.

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Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Heute wollen wir in aller Kürze drei Missverständnisse ausräumen, mit denen uns Medien und Politik derzeit beglücken.

Es geht um die Begriffe Gen-Impfstoff, milder Verlauf, und Endemie.

Gen-Impfstoff: Was ist das?

Beginnen wir mit dem kontroversesten Begriff, dem Gen-Impfstoff. In manchen dubiosen Kreisen wird er auch als Gentherapie bezeichnet, oder als Genveränderung der Geimpften. Alle drei Bezeichnungen sind im Zusammenhang mit den mRNA Impfstoffen vollkommener Nonsens. Durch die Impfung wird kein Gen in die Chromosomen transportiert. Punkt. Keine Gentherapie, keine Genveränderung.

Der Gen-Impfstoff wird neuerdings auch genbasierter Impfstoff genannt. Hier wird es interessant, denn als Kontrapunkt wird dann der neue Novavax-Impfstoff herangezogen. Er besteht aus Protein, nicht aus mRNA. Doch woher kommt dieses Protein? Aus mit einem Insektenvirus, in welches das Gen für das Coronavirus Spike eingesetzt wurde, infizierten Zellen. So etwas nennt man einen gentechnisch veränderten Organismus. Damit ist das Novavax-Vakzin ebenfalls „genbasiert“. Es gibt kein einziges Vakzin, das nicht auf Genen basieren würde.

Vakzine retten Leben.

Die mRNA fungiert lediglich als Kurier (Boten-RNA), der zwischen der DNA (mit den Genen) und den Ribosomen (der Proteinfabrik) vermittelt. Der Kurier übermittelt die Botschaft und wird dann abgebaut. Das passiert bei Novavax in Insektenzellen und bei Moderna und BioNTech/Pfizer in der menschlichen Zelle.

Einen Vorteil haben aber die mRNA-Impfstoffe gegenüber den Protein-Impfstoffen: Da die menschliche Zelle das Spike-Protein selbst herstellt, wird eine breitere Immunantwort getriggert. 

Über die Impfstoffe haben wir bereits ausführlicher berichtet. Bitte lesen Sie weitere Informationen dazu hier: https://www.sajo-innovation.de/blog/de/die-maer-vom-totimpfstoff/

Milder Verlauf: Bedeutet das Entwarnung?

Nun kommen wir zum „milden Verlauf“ bei Omikron. Omikron scheint in weniger Fällen schwere Erkrankungen auszulösen als seine Vorgänger. Dies wird als „milder Verlauf“ bezeichnet. Leider ist das für Laien missverständlich, denn „mild“ heißt nur, dass die Symptome in vielen Fällen nicht schwer genug sind für eine Hospitalisierung und künstliche Beatmung. Die Infektion kann Sie trotzdem Tage oder Wochen ans Bett fesseln. Und über Long-COVID gibt es bei Omikron noch keinerlei Daten. So viel zu „mild“.

Mild heißt nicht „ungefährlich“!

Auch an einer Infektion mit der Omikron-Variante versterben Menschen.

Endemische Lage: Ist SARS damit ungefährlich, können wir entwarnen?

Viele Politiker propagieren, dass Omikron ein Zeichen ist für eine Tendenz zu einer endemischen Lage mit SARS-CoV-2. Dies wird missverstanden als eine gute Nachricht, dass der ganze Spuk bald vorbei sein wird. Das ist ein Fehler.

Endemie heißt lediglich, dass das Virus einen relativ konstanten Infektionslevel in einer Population erreicht. Es heißt nicht, dass das Virus ungefährlich ist.

Die Infektionskrankheiten Malaria und Tuberkulose sind in einigen Regionen der Welt endemisch. Dort sterben jedes Jahr mehr als 2 Millionen Menschen an diesen beiden Krankheiten. Endemisch bedeutet auch nicht, dass es nicht immer wieder größere Ausbrüche gibt. SARS-CoV-2 wird noch weitere Mutanten auf uns loslassen. Omikron sollte uns eine Warnung sein, diese Variante kam buchstäblich aus dem Nichts. https://www.nature.com/articles/d41586-022-00215-2

Ein Stammbaum der verbreitetsten SARS-CoV-2 Varianten (Quelle: nature.com). Sie können die Abbildung vergrößern durch STRG+.

Von den drei ursprünglich diskutierten Ursprüngen von Omikron schält sich nach und nach einer heraus. Es ist bekannt, dass SARS-CoV-2 auch Säugetiere infiziert. Diese Tierreservoire zeigen uns, dass wir SARS-CoV-2 nicht loswerden können. Es wurde u.a. in Katzen, Nerzen und Hirschen nachgewiesen. Jetzt hat eine Forschergruppe Hinweise gefunden, dass Omikron möglicherweise aus Nagetieren zurück auf den Menschen gesprungen ist. https://doi.org/10.1016/j.jgg.2021.12.003

Dies gibt zusätzliche Möglichkeiten für die Entstehung neuer Varianten. Es bleibt weiterhin für uns alle spannend.

Für mehr Informationen zur Endemie, hier ein kurzer, aber prägnanter Artikel des Evolutionsbiologen Aris Katzourakis von der University of Oxford: https://www.nature.com/articles/d41586-022-00155-x

Und zum Abschluss noch ein Wort zur vierten Impfstoffdosis:

Immer wieder wird in den Medien spekuliert, ob eine vierte Impfdosis sinnvoll wäre. Nun, in Israel wurde dies flächendeckend durchgeführt. Die Ergebnisse waren ernüchternd. Während eine dritte Dosis (vulgo Booster) einen sichtbaren Effekt auf die Immunantwort gegen die Omikron-Variante hatte, war der Effekt nach einer vierten Dosis marginal.

Folglich ist eine dritte Dosis sinnvoll. Sie schützt die Geimpften vor einem schweren Krankheitsverlauf.

Die vierte bringt nicht viel, aber sie schadet auch nicht. Das bringt uns wieder zu dem Problem, dass in großen Teilen der Welt noch immer zu wenig geimpft werden kann, weil die reichen Nationen Impfstoff horten. Wir wiederholen uns gerne: In Regionen mit geringer Impfquote werden neue Virus-Varianten entstehen. Wir sollten also ein großes Interesse daran haben, dorthin Impfstoffe zu bringen.

Die hier zitierten Fachartikel sind alle frei verfügbar. Das ist vorbildlich.

Auch amerikanische und britische Zeitungen machen Artikel über COVID-19 frei verfügbar. Jede/r hat Zugriff, auch ohne Abonnement.

Die deutschen Zeitungen weigern sich, ihre durchaus gut recherchierten Artikel zu COVID-19 freizugeben. Warum?

Weltweit wird eine Unmenge von Schrott über diese Pandemie verbreitet. Der Schrott ist für jede/n frei verfügbar. So züchtet die deutsche Medienlandschaft ihre „Querdenker“. Wir halten das für schädlich!

Trotz allem wünschen wir Ihnen ein geruhsames Wochenende. Informieren Sie sich bei seriösen Quellen.

Ihr Jörg Baumann

Das Team Dr. Jörg Baumann und Dr. Sabine Breun, beide Naturwissenschaftler, Virologen, Immunologen und Gründer von SAJO. Beide sind spezialisiert auf Infektionskrankheiten. Dr. Baumann arbeitet seit den 90er Jahren auf Zoonosen, wie Pathogene die Artenbarriere überwinden, Dr. Breun arbeitet seit 2000 an der Interaktion von Viren mit dem Immunsystem. SAJO ermöglicht neue antivirale Wirkstoffe – Wirkstoffe einer neuen Generation im Kampf gegen Pandemien.

SAJO – für eine gesunde und bessere Zukunft!

SAJO berät rund um Infektionskrankheiten. Wir wenden unser Wissen an, das wir aus der Infektionsforschung über mehr als 20 Jahre international erarbeitet haben. Wir tun, was wir können, um diese Pandemie zu bekämpfen.

Blog post No. 213. Unser Blog erfährt eine breite Akzeptanz, was uns sehr erfreut, wir teilen gerne unser Wissen. Bitte empfehlen Sie unseren Blog weiter – ein informatives Werkzeug im Kampf gegen Pandemien. Wir würden uns auch freuen, wenn unsere Kolleg*innen aus der Medizin und der Politik die von uns übernommenen Informationen auch als solche kenntlich machen würden.

(Hinweis: Wir sind keine Mitglieder politischer Parteien oder Religionsgemeinschaften oder von Vereinen. Unabhängigkeit, Souveränität und Freiheit sind für uns ein wichtiges Gut. Wir beraten auf unserem Blog rein wissenschaftlich, ohne eigene Interessen und ohne Interessenskonflikt, also uneigennützig. Wir werden dafür nicht bezahlt.)

SAJO’s Hochtechnologie (das Herz von SAJO) ermöglicht uns, antivirale und antibakterielle Wirkstoffe der nächsten Generation zügig zu finden, zu isolieren und zum Medikament zu entwickeln. Das können wir – das sind SAJO’s Alleinstellungsmerkmale und Stärken.

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