„Zwölf Uhr Mittags“

… mit den aktuellen Meldungen zum 06. September 2021

Der SAJO Blog bietet seit Februar 2020 einen Leitfaden mit aktuellen Informationen und Empfehlungen zur SARS-CoV-2 Pandemie.

Hinweis: Sie können den Text vergrößern oder verkleinern durch STRG+ oder STRG-

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wieder ist es Zeit für ein update.

Der Herbst steht vor der Tür, und jeder fragt sich, wie er werden wird.

Werfen wir zuerst einen Blick auf die Infektionszahlen – den einzig wirklich verlässlichen Marker für die Entwicklung der Pandemie. Die Johns Hopkins University hat ihre Darstellung geändert, von täglichen Neu-Infektionszahlen auf wöchentliche (von Montag bis Sonntag). Diese Darstellung entspricht derjenigen, die wir bisher gewählt hatten. Deshalb dürfen Sie direkt bei der Johns Hopkins University nachsehen: https://coronavirus.jhu.edu/map.html

Für die Menschen, die mit der englischen Sprache nicht so vertraut sind, bilden wir dies in deutscher Übersetzung ab.

Quelle: Johns Hopkins University, 06.09.2021

Was bedeutet das?

Die Infektionszahlen steigen jede Woche um 15 bis 50 % allein in Deutschland. Weltweit ist ein ebenso dramatischer Anstieg zu beobachten. Wir gehen in diesen Herbst mit einer deutlich höheren Basis-Infektionsrate als im letzten Jahr. Daher erwarten wir eine Infektionswelle im Herbst/Winter, die deutlich größer und schwerer im Verlauf ausfallen wird.

Mehrere neue Mutationen sind entstanden und breiten sich weltweit aus. Vier Mutationen sind auf der „watch list“ der WHO (World Health Organization). Diese Varianten haben aufgrund ihrer Mutationen großes Potential, zu Immune Escape Varianten zu werden, wenn sie es nicht schon längst sind. Es sind Virus-Varianten, die mehr als 50 neue Mutationen, vor allem in der spike Region, aufweisen.

Unser Aufruf, sich impfen zu lassen, von den Schüler*innen bis ins hohe Alter, steht noch immer, und unser Aufruf wird mahnender, denn: Das Virus wird vor jeder Wohnungs- bzw. Haustüre stehen, wie in einem Western. Jeder Mensch wird diesem Virus gegenüberstehen. Es ist nur noch nicht klar, welche Variante es sein wird. Es ist wie in einem Western: Wollen Sie dem Feind ohne schusssichere Weste gegenüberstehen? Je besser sie geschützt sind, desto größere Chancen haben Sie, besser aus dieser Sache zu kommen.

Dieses Virus wird vor jedem Menschen stehen!

Und es ist unsichtbar. Sie wissen nicht, ob es der geliebte Mensch sein wird, der es Ihnen präsentiert und überträgt, oder der Kollege/die Kollegin in der Arbeit, oder der/die Freund/in, oder vielleicht Ihr Kind.

Schützen Sie sich, so gut es geht. Das raten wir Ihnen.

Persönlich möchten wir Ihnen mitteilen, dass Jörg nach seiner Impfung keine Nebenwirkungen hatte, außer etwas Müdigkeit. Sabine zeigte stärkere Nebenwirkungen, wie Müdigkeit, leichten Schüttelfrost, Hautausschlag und Juckreiz, von der Einstichstelle ausgehend, nach ungefähr 40 Stunden.

Nach 48 Stunden nahmen die Nebenwirkungen ab. Die mRNA, die durch die Impfung in die Zellen gebracht wird, baut sich zügig wieder ab und verschwindet. Insofern wussten wir, dass die Nebenwirkungen zügig wieder nachlassen und verschwinden. Aber was wäre gewesen, wenn Sabine sich infiziert hätte? Die Nebenwirkungen kann man durch passende Medikamente bekämpfen. Es handelt sich um einen kurzen Zeitraum, ein bis zwei Tage.

Was passiert bei der Impfung von BioNTech oder von Moderna?

Die mRNA, die den Bauplan für das Oberflächenmolekül, genannt spike (-Protein), des Virus trägt, wird mittels Lipiden (kleinsten Lipidtröpfchen), in die körpereigenen Muskelzellen geschleust. Diese Technik bezeichnet man im Labor als Lipofektion. Nach einigen Stunden beginnt die körpereigene Muskelzelle anhand der mRNA (Boten-Ribonukleinsäure), das Molekül, für das sie codiert, also den Bauplan trägt, herzustellen. Die spike Moleküle, die Oberflächenmoleküle (des Viruspartikels), wandern zur Zelloberfläche, präsentieren sich dort vor allem dem Immunsystem, und lösen eine Immunantwort aus. Das Ergebnis ist, dass unsere Immunzellen Antikörper gegen die „fremden“ spike Moleküle bilden, und so, bei einer Infektion mit dem Virus, reagieren und die Viren, die in den Körper eindringen, bekämpfen.

Die Unterschiede zwischen der Impfung und einer Virusinfektion sind folgende:

  1. Durch die Impfung durchlaufen wir ein paar Symptome, die durch das spike ausgelöst werden, aber ohne, dass es gefährlich werden kann, denn das spike sitzt nicht auf einem Virus, das vollständige Infektionszyklen zur Vermehrung im Körper durchlaufen kann. Wenn Sie also ein paar Nebenwirkungen haben, dann gibt das einen kleinen Vorgeschmack darauf, was Ihnen durch eine Virusinfektion droht, mit einem Ausgang, der offen ist.
  2. Bei einer Infektion durch das Virus dauert es ungefähr zwei Wochen, bis der Körper Antikörper zur Bekämpfung gebildet hat. Der Aufbau des Schutzes durch das Immunsystem dauert mehrere Wochen, unabhängig ob der Auslöser die Impfung oder eine Infektion ist. Aber: Die Impfung löst KEINE Infektion aus, mit einem Krankheitsverlauf, sondern gibt Ihrem Immunsystem einen Boost. Sollte das infektiöse, gefährliche Virus kommen, ist Ihr Immunsystem vorbereitet und hat die passenden Antikörper parat.

Ohne Schutz in diesen Herbst zu gehen, ist blanker Wahnsinn. Denn die neuen Varianten sind infektiöser, gefährlicher, sie breiten sich schneller und effizienter aus. Außerdem sind sie in der Lage, dem durch die Impfung vermittelten Immunschutz zum Teil auszuweichen. Wir betonen: Die Impfung schützt, wenn auch nicht mehr so effizient, abhängig vom Individuum.

Infizieren können sich Geimpfte und Genesene mit den neuen Varianten, doch wenn Sie noch Antikörper, vermittelt durch die Impfung oder durch eine frühere Infektion, haben, dann sind sie zumindest zum Teil geschützt. Sie sind damit zu ungefähr 85 % vor einem schweren Verlauf, vor Long COVID, oder vor dem Tod, den das Virus mit sich bringt, geschützt. Und das ist schon eine ganze Menge an Schutz, meinen Sie nicht?

Wie gut Sie geschützt sind, kann man durch die Bestimmung des Antikörper-Titers im Blut feststellen. Ihr Arzt/Ihre Ärztin kann dies durchführen, wenn Sie sich unsicher sind, und es wissen möchten.

Wir werden oftmals gefragt, ob Geimpfte oder Genesene alle Freiheiten auskosten dürfen?

Nun, was auch immer alle Freiheiten bedeutet…?

Auch hier ist es eine Wahrscheinlichkeit, wieviele Viruspartikel sich zwischen Personen befinden und wo ein Treffen stattfindet – ob in engen Räumen, mit welcher Lüftung, wie viele Menschen aufeinander treffen usw. Es ist Statistik, Mathematik.

Grundsätzlich sagen wir als Fachleute zwei Dinge:

  1. Eine hohe Anzahl an Infektionen bietet den Nährboden für die Entwicklung weiterer Immun-Escape-Varianten. Das bedeutet, dass man Infektionen verhindern MUSS.
  2. Geimpfte und Genesene können sich mit den Escape-Varianten infizieren, geben diese auch weiter, aber sie haben einen Eigen-Schutz, und sie geben weniger Virus weiter als Ungeimpfte. Also ist hier eine Minimierung zu beobachten.

Aus beiden Gründen empfehlen wir, weiterhin ALLE Schutzmaßnahmen, die wir damals als Merkulix-Regeln beschrieben haben, stetig und dauerhaft anzuwenden.

Das bedeutet, FFP2-Masken richtig anzuwenden, Abstand von 2 m einhalten, und eine ausreichende Hygiene zu praktizieren. Was verstehen wir darunter? FFP2-Masken müssen fest sitzen, so dass keine Nebenluft gezogen werden kann. In Außenbereichen und in Räumen – trotz Maske – ausreichend Abstand zueinander halten, wenn möglich 2 Meter. Händehygiene, Körperhygiene und Unterhaltshygiene in Gebäuden weiterhin anwenden. In Gebäuden auf die Lüftungen schauen, wie der Luftstrom sich verhält. Hierzu haben wir einen post verfasst „winter is coming…“ https://www.sajo-innovation.de/blog/de/winter-is-coming/

Testungen, um super spreaders zu finden, und zu isolieren – wenn möglich sollten sie das selbst tun – werden im Herbst/Winter ebenfalls wieder sinnvoll.

Sollen Menschen ihrer Arbeitgeberin, ihrem Arbeitgeber, Auskunft erteilen?

Wir halten es für richtig, offen mit dem Thema umzugehen, denn es ist eine Frage der Sicherheit und des Verhaltens. Außerdem verstehen wir nicht, dass Menschen einem Restaurant, einem Kino, Freizeiteinrichtungen freizügig und freiwillig Auskunft erteilen, wie ihr Status, ob geimpft oder genesen, ist, erteilen, aber ihrem Arbeitgeber/in gegenüber nicht. Schließlich betrifft es die Sicherheit am Arbeitsplatz.

Wir vertreten aber die Ansicht, dass Menschen auch am Arbeitsplatz sie selbst sein können. Es wäre sehr wünschenswert, dass niemand mehr am Arbeitsplatz Ausgrenzungen, Mobbing und Diskriminierung erleben muss. Offenheit sollte belohnt werden, denn nur so kann erfolgreich gearbeitet werden. Noch wichtiger ist gegenseitiges Vertrauen, auf beiden Seiten.

Warum verändert sich nichts im Alltag?

Diese Frage ist einfach zu beantworten: Das Virus wird immer gefährlicher, verändert sich zu schnell, und die Entwicklung und Produktion der Impfkapazitäten geht zu langsam. Das Virus ist uns nicht nur einen Schritt voraus, es läuft uns davon. Die Diskussionen in der Politik laufen langsam an, und das Virus ist bereits viele Schritte voraus.

Persönlich würde ich mir wünschen, dass mehr Finanzierung für Wirkstoffentwicklung vorhanden wäre. Denn nur mit neuen Wirkstoffen in Form von neuen Arzneimitteln können wir SARS-CoV-2 Infektionen behandeln. Derzeit werden lediglich Symptome behandelt, was nichts anderes bedeutet, als dass die virale Infektion im Körper bis zum Schluss abläuft und nicht gestoppt werden kann. Leider haben ein paar Einflussreiche und Fachfremde bzw. fachlich weniger Kompetente entschieden, nur unzureichend Finanzierung für Wirkstoffentwicklung zur Verfügung zu stellen, was sogar weniger ist als der sprichwörtliche „Tropfen auf dem heißen Stein“. Wissenschaftler*innen, wie wir es sind, mit neuen Ideen und Konzepten, neuen Plattformen, neuen Entwicklungen, Erfindungen, suchen deshalb potentielle, interessierte, intelligente und zukunftsorientierte Investorinnen und Investoren. Wir wissen, wie es geht. Und wir können diese „überholten“, gestrigen Argumentationen einfach entkräften, ohne großen Aufwand. Dumm für die einfussreichen ewig-Gestrigen.

Ihre Sabine Breun

SAJO berät rund um Infektionskrankheiten. Wir wenden unser Wissen an, das wir aus der Infektionsforschung über mehr als 20 Jahre international erarbeitet haben. Wir tun, was wir können, um diese Pandemie zu bekämpfen.

SAJO – für eine gesündere Welt und bessere Zukunft!

Blog post No. 191. Unser Blog erfährt eine breite Akzeptanz, was uns sehr erfreut, wir teilen gerne unser Wissen. Einzelne Beiträge und Inhalte werden von zahlreichen anderen übernommen, auch von vielen Medien. Wir haben noch gelernt, wie man richtig zitiert, und es würde uns umgekehrt auch erfreuen. Außerdem: Bitte empfehlen Sie unseren Blog weiter – ein informatives Werkzeug im Kampf gegen Pandemien.

(Hinweis: Wir sind keine Mitglieder politischer Parteien oder Religionsgemeinschaften oder von Vereinen. Unabhängigkeit, Souveränität und Freiheit sind für uns ein wichtiges Gut. Wir beraten auf unserem Blog rein wissenschaftlich, ohne eigene Interessen und ohne Interessenskonflikt, also uneigennützig. Wir werden dafür nicht bezahlt.)

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