Fussball in Zeiten der Pandemie

„panem et circenses“

Zunächst ein Disclaimer: Wir mögen Fußball, wir sind beide Anhänger von sprachlich und kulturell vollkommen unterschiedlichen Vereinen, die in den letzten 60 Jahren mehrfach Meisterschaft und Pokal in Deutschland gewonnen haben. Der Cannstatter folgt dem VfB, die Bayerin dem 1. FCN und dem FC Bayern München.

Trotzdem müssen wir uns zu der Diskussion um die Weiterführung von Fußballspielen (wohlgemerkt in den Profiligen!) äußern. Die DFL hat ein Konzept vorgelegt, nach dem Spiele unter bestimmten Voraussetzungen stattfinden könnten.

Cartoon: Oliver Hoogvliet

Dazu unsere Meinung:

Spiele ohne Zuschauer sind zwar unattraktiv, aber sie füllen die Kassen der Vereine durch Einnahmen aus Fernsehen und Internet. So müssen die Spieler, die ohnehin finanziell am unteren Ende der sozialen Skala stehen, nicht darben. Und die Fans dürfen sich von alltäglichen Problemen ablenken lassen. Dieses System hat eine lange Tradition, im alten Rom hieß das „panem et circenses“.

Diesem Konzept können wir folgen.

Unter stringenten Voraussetzungen ist dies durchaus machbar. Viel wurde diskutiert über die Nähe der Fußballer beim Zweikampf. Niemand möchte einen Distanzfußball. Auch wir nicht. Aber die Voraussetzungen für eine Durchführung sind sehr eng. Wenn alle Beteiligten sich an die Bedingungen halten, dann ist das möglich. Bedingungen sind das ständige Testen, sowie eine strikte Quarantäne.

Hier die einfachste Lösung: Sie ist einem alten römischen System vergleichbar, dem der Gladiatoren.

Alle Teams gehen in Quarantäne. Teams heißt alle, sprich: Spieler, Trainer, Physiotherapeuten, Betreuer, jeder, der am Geschehen beteiligt ist. Quarantäne heißt auch: Kasernierung, kein physischer Kontakt nach außen oder zur Familie.

Jeder wird täglich einem PCR-Test unterzogen. Nur die Mannschaften, deren Mitglieder 5 Tage lang negativ getestet wurden, dürfen an Spielen teilnehmen.

Mannschaften mit einem einzigen positiven Befund bleiben in Einzelquarantäne, so lange, bis sicher ist, dass andere nicht infiziert sind. Sie können nicht am Wettbewerb teilnehmen, ihre bis dahin anberaumten Spiele werden als verloren gewertet. Das sorgt dafür, dass jeder Verein sicher macht, dass die Quarantäne eingehalten wird.

Dies hat einen positiven Nebeneffekt: Nach etwa einer Woche ist klar, welche Mannschaften sauber sind. Wenn alle für den Rest der Saison in Quarantäne bleiben, gibt es keinerlei Infektionsrisiko auf dem Platz. Tackling ist also weiter möglich.

Die Mannschaften werden aus ihren jeweiligen Quarantänequartieren in einem sauberen Bus, mit negativ getestetem Busfahrer in das Stadion gefahren und zurück. Es wird natürlich weiterhin getestet.

Die Saison wird nur noch ein paar Monate andauern, wir halten das Opfer der Spieler für überschaubar. Denn: Dies würde die Spieler nicht nur zu Gladiatoren, sondern auch zu Helden der Pandemie machen.

Eine schöne Geste der Profi-Fußballer wäre es, die Vereine, die sie ausgebildet haben, finanziell zu stützen: Ihr seid nur so groß geworden, weil diese Vereine an Euch geglaubt haben. Damit macht Ihr Euch auch zu Sabines Helden.

Ein herzliches Dankeschön an Oliver für die großartige Zeichnung. ollihoo (https://hoogvliet.de)

Bleiben Sie dabei,

Sabine und Jörg

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